5 Versicherungstipps zur Absicherung im Todesfall
Der Tod eines nahestehenden Menschen ist nicht nur emotional belastend, sondern bringt häufig auch finanzielle Herausforderungen mit sich. Bestattungskosten, laufende Kredite oder der Wegfall eines Einkommens können Angehörige stark belasten. Umso wichtiger ist es, frühzeitig vorzusorgen und passende Versicherungen abzuschließen. Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Absicherungsformen sowie sinnvolle Versicherungstipps.
1. Risikolebensversicherung: hoher Schutz zu geringen Kosten
Die Risikolebensversicherung ist die klassische Form der Absicherung im Todesfall. Sie zahlt ausschließlich dann, wenn die versicherte Person während der Vertragslaufzeit verstirbt. Im Gegensatz zur Kapitallebensversicherung gibt es keine Auszahlung bei Vertragsende, wenn kein Todesfall eingetreten ist. Dadurch sind die Beiträge deutlich günstiger.
Tipps:
- Wählen Sie die Versicherungssumme so, dass sie laufende Kosten und Verbindlichkeiten vollständig abdeckt. Als Orientierung gilt: Bei Unsicherheit können Sie etwa drei bis fünf Jahresbruttogehälter plus bestehende Kredite ansetzen.
- Achten Sie auf die richtige Laufzeit – sie sollte mindestens bis zur finanziellen Unabhängigkeit der Angehörigen reichen.
- Prüfen Sie Optionen wie eine Nachversicherungsgarantie, um den Schutz später ohne erneute Gesundheitsprüfung an Ihre Bedürfnisse anpassen zu können.
2. Kapitallebensversicherung: Absicherung und Vorsorge in einem
Die Kapitallebensversicherung kombiniert zwei Ziele: die finanzielle Absicherung der Hinterbliebenen im Todesfall und den Vermögensaufbau für das Alter. Im Todesfall wird die vereinbarte Versicherungssumme an die Hinterbliebenen ausgezahlt. Überlebt die versicherte Person die Laufzeit, erhält sie die sogenannte Ablaufleistung.
Tipps:
- Achten Sie auf die Garantien und Überschussbeteiligungen – diese beeinflussen die spätere Auszahlung erheblich.
- Prüfen Sie die Kostenstruktur (insbesondere Abschluss- und Verwaltungskosten), da diese die Rendite mindern können.
- Für viele Versicherte ist eine Trennung von Risikoabsicherung und Altersvorsorge sinnvoll – vergleichen Sie deswegen Alternativen.
3. Sterbegeldversicherung: Entlastung bei Bestattungskosten
Die Sterbegeldversicherung ist speziell darauf ausgelegt, die Kosten einer Bestattung abzudecken. Damit soll verhindert werden, dass Angehörige kurzfristig finanziell belastet werden.
Die Versicherungssummen sind in der Regel niedriger als bei anderen Lebensversicherungen.
Tipps:
- Kalkulieren Sie realistisch: Eine Bestattung kostet in der Praxis zwischen 4.100 und 41.650 EUR (übliche Gesamtkosten – Aeternitas), im Durchschnitt können Sie von ca. 10.000 EUR ausgehen.
- Achten Sie auf Wartezeiten – viele Tarife leisten in den ersten Jahren nur eingeschränkt.
- Prüfen Sie Alternativen wie zweckgebundene Rücklagen. Diese können unter Umständen flexibler sein.
4. Unfallversicherung mit Todesfallleistung: Ergänzender Schutz
Viele Unfallversicherungen bieten eine zusätzliche Todesfallleistung. Diese wird ausgezahlt, wenn die versicherte Person infolge eines Unfalls verstirbt. Die Leistung ist häufig als Ergänzung gedacht, kann aber in ihrer Höhe individuell vereinbart werden.
Tipps:
- Verlassen Sie sich nicht ausschließlich auf diese Leistung – sie greift nur bei Unfalltod, nicht bei Tod durch Krankheit.
- Stimmen Sie die Höhe der Leistung auf Ihre individuelle Lebenssituation ab.
- Prüfen Sie, ob die Versicherung auch Vorschussleistungen bei schweren Unfallfolgen vorsieht. Denn wenn Sie nach einem Unfall Anspruch auf Invaliditätsleistungen haben, sich die Ermittlung des Invaliditätsgrades aber unschön in die Länge zieht, können Sie ggf. Ihre vereinbarte Todesfallleistung als Vorschusszahlung nutzen.
5. Was oft übersehen: wichtige Ergänzungen
Neben den genannten Versicherungen gibt es weitere Aspekte, die im Todesfall eine wichtige Rolle spielen:
Bezugsrecht klar festlegen
Stellen Sie sicher, dass eindeutig geregelt ist, wer im Todesfall die Leistung erhält. Das verhindert Verzögerungen und Streitigkeiten.
Regelmäßige Anpassung
Lebenssituationen ändern sich, z. B. durch Heirat, Kinder oder Immobilienkauf. Überprüfen Sie Ihre Absicherung deswegen regelmäßig.
Kombination statt Einzelentscheidung
Oft ist eine Kombination sinnvoll, z. B. eine Risikolebensversicherung für große finanzielle Risiken in Kombination mit einer Sterbegeldversicherung für konkrete Bestattungskosten.
Gesundheitsprüfung nicht unterschätzen
Viele Versicherungen erfordern Gesundheitsangaben. Unvollständige oder falsche Angaben können später zu Leistungsproblemen führen. Füllen Sie die Fragebögen also gewissenhaft und ehrlich aus.
Information und Unterlagen für die Versicherung
In der Regel müssen Versicherer innerhalb von 24 bis 72 Stunden nach Eintritt des Todes benachrichtigt werden, wenn der Verstorbene eine Lebensversicherung abgeschlossen hat. Steht Ihnen eine Todesfallleistung einer Unfallversicherung zu, so muss der Todesfall dem Versicherer innerhalb von 48 Stunden gemeldet werden. Auch im Falle einer Sterbeversicherung müssen Sie die Versicherung schnellstmöglich darüber in Kenntnis setzen. Die Versicherer prüfen die Todesursache. Melden Sie den Todesfall zu spät, kann es zu Problemen bei der Auszahlung der Versicherungssumme kommen. Dabei reicht ein Telefonat als erste Auskunft. Benötigte Dokumente können Sie später nachreichen.
Egal für welche Absicherungen Sie sich im Todesfall entscheiden, der Versicherer benötigt beim Versicherungsfall folgende Dokumente:
- Versicherungsschein
- Kopie der Sterbeurkunde
- Name, Adresse und Bankverbindung der begünstigten Person
- Verwandtschaftsverhältnis zum Verstorbenen
- Bei Unfalltod: kurze Schilderung des Unfallhergangs.
Fazit: Individuelle Absicherung ist entscheidend
Eine pauschale Lösung für alle gibt es nicht. Welche Absicherung sinnvoll ist, hängt stark von Ihrer persönlichen Lebenssituation ab – insbesondere von familiären Verpflichtungen, finanziellen Verbindlichkeiten und vorhandenen Rücklagen. Eines gilt aber übergreifend: Wer frühzeitig vorsorgt, schafft nicht nur finanzielle Sicherheit, sondern entlastet seine Angehörigen in einer ohnehin schwierigen Situation.
Die Autorin:
Maya Hogrebe ist seit Dezember 2024 Teil des EVK-Teams. Hier arbeitet sie als Kundenbetreuerin im Bereich Personenversicherungen.
02938/9780-44, hogrebe@evk-oberense.de

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