5 Versicherungstipps für Studierende
Das Studentenleben steht für Freiheit, neue Erfahrungen und oft den ersten Schritt in die Selbstständigkeit. Zwischen Vorlesungen, Nebenjob und WG-Alltag denken viele junge Menschen jedoch verständlicherweise nicht zuerst an Versicherungsschutz – dabei kann gerade jetzt eine solide Absicherung viel Ärger und finanzielle Sorgen ersparen. Welche Versicherungen wichtig sind und worauf Studierende achten sollten, zeigen wir in unseren fünf wichtigsten Tipps.
1. Private Haftpflichtversicherung – der unterschätzte Klassiker
Eine kleine Unachtsamkeit kann große Folgen haben: Ein versehentlich beschädigter Laptop des Kommilitonen, ein zerkratztes Auto beim Fahrradfahren oder ein übergelaufenes Waschbecken, das für einen Wasserschaden in der unterhalb befindlichen Wohnung sorgt. Ohne eine private Haftpflichtversicherung haftet man für entstandene Schäden mit dem gesamten eigenen Vermögen – lebenslang. Die gute Nachricht: Viele Studierende sind noch über die Familienversicherung der Eltern mitversichert. Das gilt jedoch nur, solange sie sich in der ersten Ausbildung befinden und unverheiratet sind. Ist das nicht mehr der Fall, sollte unbedingt eine eigene Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden – sie kostet wenig, deckt aber existenzielle Schäden ab.
2. Krankenversicherung – Pflicht mit Ausnahmen
Alle Studierenden in Deutschland müssen krankenversichert sein. In den meisten Fällen können sie sich bis zum 25. Lebensjahr (bzw. bis zum 30. Lebensjahr bei Verzögerungen wie Zivildienst) kostenlos über die Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse der Eltern mitversichern. Danach wird eine studentische Pflichtversicherung notwendig, die deutlich günstiger ist als der normale Beitragssatz.
Zusätzlich kann es sinnvoll sein, über folgende Ergänzungen nachzudenken:
- Zahnzusatzversicherung: Für hochwertige Zahnbehandlungen oder teuren Zahnersatz wie Implantate.
- Auslandsreise-Krankenversicherung: Besonders wichtig bei Auslandssemestern, Praktika oder Urlaub außerhalb Europas – sie übernimmt die Kosten, wenn die gesetzliche Krankenkasse nicht zahlt.
- Stationäre Zusatzversicherung: Wer Wert auf eine bessere Krankenhausversorgung legt (Einbettzimmer, Chefarztbehandlung), kann dies zusätzlich absichern.
3. Hausratversicherung – Schutz für Laptop, Fahrrad & Co.
In WGs oder Studentenwohnungen sammeln sich schnell auch teurere Gegenstände an wie Laptops, Tablets, Smartphones oder Kameras. Eine Hausratversicherung schützt das eigene Hab und Gut vor Schäden durch Einbruch, Feuer, Leitungswasser oder Vandalismus. Oft lässt sich die Hausratversicherung der Eltern mitnutzen, sofern der Hauptwohnsitz noch bei ihnen gemeldet ist. Bei einem komplett eigenständigen Haushalt sollte über einen eigenen Vertrag nachgedacht werden. Das gilt besonders in Großstädten oder bei teurer Einrichtung.
4. Unfallversicherung – auch in der Freizeit abgesichert
Die gesetzliche Unfallversicherung greift nur bei Unfällen während des Studiums oder auf dem direkten Weg zur Hochschule. Freizeitunfälle – also die überwiegende Mehrheit – sind darüber nicht abgedeckt. Eine private Unfallversicherung kann hier sinnvoll sein, vor allem für sportlich aktive Studierende oder diejenigen, die oft reisen. Sie zahlt bei bleibenden körperlichen Beeinträchtigungen und kann z. B. Umbaukosten, Reha-Maßnahmen oder technische Hilfsmittel finanzieren. In manchen Fällen ist man noch über die Eltern abgesichert – es lohnt sich, das zu prüfen.
5. Berufsunfähigkeit – früh abschließen lohnt sich
Auch wenn das Berufsleben noch weit entfernt scheint: Der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung im Studium ist oft besonders sinnvoll. Denn der Gesundheitszustand ist meist sehr gut, was die Aufnahme erleichtert und die Beiträge deutlich senkt. Die Versicherung greift, wenn man später wegen Krankheit oder Unfall den erlernten Beruf dauerhaft nicht ausüben kann. Viele Anbieter ermöglichen eine sogenannte „Nachversicherungsgarantie“, mit der sich der Schutz später ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen lässt.
Fazit: mit wenig Aufwand viel absichern
Studierende haben meist wenig Geld, aber viel zu verlieren – vor allem dann, wenn Schäden oder gesundheitliche Probleme unerwartet auftreten. Einige Versicherungen wie die Krankenversicherung sind gesetzlich vorgeschrieben, andere wie die private Haftpflicht- oder die Berufsunfähigkeitsversicherung sind dringend zu empfehlen. Wer sich früh und gezielt absichert, spart nicht nur langfristig Beiträge, sondern schützt auch seine finanzielle Zukunft – und kann sich ganz auf das konzentrieren, was das Studium eigentlich ausmacht: Lernen, Leben, Wachsen.
Die Autorin:
Annika Vollmer ist Fachwirtin für Versicherungen und Finanzen (IHK), Technischer Underwriter (DVA) und hat bereits ihre Ausbildung zur Kauffrau für Versicherungen und Finanzen beim EVK absolviert. Seit 2014 betreut sie Industrie- und Gewerbeunternehmen und ist zudem Ansprechpartnerin für Dienstleister im Bereich Erneuerbare Energien.
02938 / 9780-28 , vollmer@evk-oberense.de

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