VEMA-Zert-Treffen 2026: Impulse für Managementsysteme, Führung, KI und Cyber-Security
Auch in diesem Jahr waren wir wieder Teil des gemeinsamen Zert-Treffens unseres Maklerverbundes VEMA im Rahmen der ISO-9001-Zertifizierung. Zwei Tage lang drehte sich in Karlsruhe alles um aktuelle Entwicklungen, Best Practices und den offenen Austausch untereinander. Neben spannenden Vorträgen war vor allem der persönliche Austausch wieder besonders wertvoll – denn oft sind es genau diese Gespräche, die neue Perspektiven eröffnen und konkrete Ideen für den eigenen Arbeitsalltag liefern.
Prozesse als Fundament für nachhaltigen Erfolg
Ein zentrales Thema war die Frage, wie wir unsere Prozesse und unsere Arbeitsorganisation zukunftssicher aufstellen. Denn eines wurde schnell deutlich: Ohne klare Strukturen und sauber definierte Abläufe ist nachhaltiges Wachstum kaum möglich.
Dabei geht es längst nicht mehr nur um das „Aufschreiben“ von Prozessen. Viel entscheidender ist, wie Veränderungen eingeführt werden und wie die Mitarbeitenden dabei mitgenommen werden. Prozesse funktionieren nur dann wirklich, wenn sie im Alltag gelebt werden – und dafür braucht es Verständnis, Akzeptanz und manchmal auch viel Geduld.
Moderne Führung: Verantwortung ermöglichen statt kontrollieren
Auch das Thema Führung wurde intensiv beleuchtet. Die klassische Rolle der Führungskraft verändert sich zunehmend – weg von Kontrolle, hin zu Vertrauen und Befähigung.
Ein hilfreiches Werkzeug ist dabei die Skill-Matrix. Sie schafft Transparenz über vorhandene Kompetenzen im Team und hilft dabei, Mitarbeitende gezielt weiterzuentwickeln. Wichtig ist zu verinnerlichen, dass nicht jede Person im Team alles gleich gut können muss. Es geht eher darum, sich ein Team zu bauen, dass sich in den individuellen Stärken ergänzt. Gleichzeitig wurde deutlich: Wer Verantwortung abgeben möchte, muss zunächst die richtigen Rahmenbedingungen schaffen.
Ein weiterer wichtiger Punkt war die Mitarbeiterbindung. Menschen bleiben nicht nur wegen Aufgaben – sie bleiben, wenn sie Perspektiven sehen und sich mit dem Unternehmen identifizieren können. Hier kommt auch die Frage nach dem „Warum?“ ins Spiel, wie es im Golden Circle beschrieben wird: Kunden sowie Mitarbeitende orientieren sich stark daran, wofür ein Unternehmen steht und warum es existiert.
Künstliche Intelligenz: Viel Potenzial – wenn die Basis stimmt
Beim Thema Künstliche Intelligenz war die Stimmung klar: KI ist längst kein Zukunftsthema mehr, sondern Realität. Sie ist gekommen, um zu bleiben. Gleichzeitig wurde aber auch betont, dass sie kein Selbstläufer ist.
KI kann Prozesse enorm erleichtern – aber nur dann, wenn auch hier die Grundlagen stimmen. Saubere Daten, klare Abläufe und ein durchdachter Einsatz sind entscheidend. Wer hier zu schnell und unbedacht handelt, riskiert eher zusätzliche Komplexität als echten Mehrwert.
Ein echtes Highlight war die Vorstellung der kognitiven KI EMMA des Herstellers WIANCO. Besonders spannend: EMMA arbeitet nicht wie klassische Automatisierungstools über Schnittstellen oder generative KI, sondern direkt über die Benutzeroberfläche – ähnlich wie ein Mensch. Sie „sieht“, was auf dem Bildschirm passiert, versteht Zusammenhänge und führt eigenständig Aktionen aus.
Dadurch lassen sich auch komplexe Prozesse automatisieren, ohne tief in Systeme eingreifen zu müssen. Der No-Code-Ansatz macht es möglich, dass Fachabteilungen selbst Lösungen entwickeln können. Gleichzeitig wurde aber auch hier klar: Ohne strukturierte Prozesse und eine gute Datenbasis kann auch eine so leistungsfähige KI ihr Potenzial nicht vollständig entfalten.
Digitale Weiterentwicklung im Verbund
Neben den strategischen Themen wurden auch zahlreiche Neuerungen in der Verbundsoftware vorgestellt. Diese sollen uns künftig dabei unterstützen, effizienter zu arbeiten und unseren Service weiter zu verbessern.
Gerade hier zeigt sich der große Vorteil des Verbundes: Entwicklungen werden gemeinsam vorangetrieben, Erfahrungen geteilt und Lösungen entstehen nicht isoliert, sondern im Austausch.
Cyber-Security: Vorbereitung ist kein „Nice-to-have“ mehr
Ein besonders eindrucksvoller Abschluss war ein Vortrag zum Thema Cyber-Security von dem Experten Adrian Pusch. Die Bedrohungslage nimmt spürbar zu – sowohl in der Häufigkeit als auch in der Intensität der Angriffe. Unternehmen stehen heute mehr denn je in der Verantwortung, sich aktiv zu schützen.
Ein zentraler Punkt: Es reicht nicht, nur in Technik zu investieren. Genauso wichtig sind klare Notfallpläne, definierte Abläufe und ein funktionierendes Krisenmanagement. Denn im Ernstfall zählt jede Sekunde.
Besonders wichtig ist auch das richtige Verhalten im Schadensfall – nicht zuletzt im Hinblick auf den Versicherungsschutz. Wird ein Cyber-Angriff erkannt, gilt: so schnell wie möglich reagieren, aber mit Bedacht. Im Zweifel sollte zunächst die Internetverbindung getrennt werden (z. B. durch das Ziehen des Netzwerkkabels), um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Gleichzeitig ist es entscheidend, keine Änderungen an Soft- oder Hardware vorzunehmen. Eingriffe können dazu führen, dass wichtige Spuren verloren gehen – und im schlimmsten Fall die Versicherung die Regulierung ablehnt, weil der Vorfall nicht mehr sauber nachvollziehbar ist. Einige aktuelle Fälle sprechen für sich selbst. Neben den enormen Kosten, die beispielsweise durch Maschinenausfälle entstehen, kommen zusätzlich noch Reputationsschäden sowie die potenzielle Abwanderung von Kunden und Mitarbeitern hinzu. Diese Kombinationen haben nicht zuletzt bereits Unternehmen in die Insolvenz getrieben.
Das zeigt: Vorbereitung bedeutet nicht nur Schutz im Vorfeld, sondern auch klare Handlungsanweisungen für den Ernstfall.
Besonders einprägsam blieb ein Vergleich aus dem Vortrag: Cyber-Security ist wie Dating – wenn man kein Interesse hat, sollte man sich möglichst unattraktiv machen. Für Unternehmen heißt das: Systeme bestmöglich absichern, Hürden aufbauen, für den Ernstfall vorbereiten, Experten konsultieren und potenziellen Angreifern das Leben so schwer wie möglich machen.
Unser Fazit
Das VEMA-Zert-Treffen 2026 hat einmal mehr gezeigt, wie wertvoll der Austausch innerhalb des Verbundes ist. Neben vielen fachlichen Impulsen nehmen wir vor allem konkrete Ansätze für unseren Alltag mit: klarere Prozesse, moderne Führung, ein bewusster Umgang mit KI und ein geschärftes Bewusstsein für Cyber-Security, sowohl für uns als Unternehmen als auch für unsere Kunden.
Mit diesen Erkenntnissen gehen wir motiviert in die kommenden Monate – und freuen uns darauf, die Impulse Schritt für Schritt in die Praxis zu überführen.
Julia Breinert ist beim EVK im Bereich Büromanagement tätig und unterstützt die allgemeine Verwaltung. Die gelernte Kauffrau für Marketingkommunikation arbeitet seit März 2025 für das Enser Versicherungskontor.
02938/ 9780-42, breinert@evk-oberense.de

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