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Intersolar Europe 2026: Warum Photovoltaik, Speicher und Ladeinfrastruktur künftig gemeinsam gedacht werden müssen

veröffentlicht um 10:00 am 6. Juli 2026

Riedel und Fähring mit Selfie auf der IntersolarWie entwickeln sich Photovoltaikprojekte weiter? Welche Rolle spielen Batteriespeicher für Unternehmen? Und welche neuen Risiken entstehen, wenn Photovoltaikanlagen, Speicher, Ladeinfrastruktur und intelligente Steuerungssysteme miteinander verbunden werden? Diese und weitere Fragen beantwortete die Intersolar München, die vom 23. bis 25. Juni 2026 im Rahmen der The smarter E Europe stattfand. Rund 2.800 internationale Aussteller präsentierten dort Lösungen für Photovoltaik, Energiespeicherung, Elektromobilität und intelligentes Energiemanagement. Nach Angaben der Veranstalter wurden mehr als 100.000 Fachbesucher aus aller Welt erwartet.

Auch unsere Mitarbeiter Marcel Riedel, Abteilungsleiter Erneuerbare Energien, und EE-Versicherungsexperte Oliver Föhring nutzen die Veranstaltung, um aktuelle Marktentwicklungen aus erster Hand kennenzulernen, bestehende Kontakte zu pflegen und mit Herstellern, Projektierern, Betreibern sowie weiteren Branchenvertretern über neue Technologien und Geschäftsmodelle ins Gespräch zu kommen. Für uns war der Besuch vor allem deshalb wichtig, weil sich technische Entwicklungen unmittelbar auf die Risikosituation und damit auf den erforderlichen Versicherungsschutz auswirken. Je früher wir neue Anlagenkonzepte, Betriebsmodelle und mögliche Schadenursachen verstehen, desto gezielter können wir unsere Kunden bei der Absicherung ihrer Projekte unterstützen.

Batteriespeicher werden für Gewerbe und Industrie immer wichtiger

Eines der zentralen Messethemen waren Batteriespeicher für Gewerbe- und Industriebetriebe, der sogenannte Commercial-&-Industrial-Bereich, kurz C&I. Solche Speicher dienen längst nicht mehr nur dazu, überschüssigen Solarstrom zwischenzuspeichern. Sie können vielmehr unterschiedliche Aufgaben übernehmen, wie die Senkung von Leistungsspitzen, das sogenannte Peak-Shaving, die Stabilisierung des firmeneigenen Stromnetzes, die zeitversetzte Nutzung oder Einspeisung von Solarstrom oder die Versorgung von Ladeinfrastruktur. Die Branche prognostiziert in diesem Segment ein sehr starkes Wachstum. Zum Teil wurden Amortisationszeiten von weniger als drei Jahren genannt. Wichtig ist, dass ein Batteriespeicher das Risikoprofil eines Betriebs verändert. Er erhöht den Wert der technischen Infrastruktur und bringt zusätzliche elektrische, thermische und betriebliche Risiken mit sich. Dies gilt es immer auch versicherungstechnisch abzubilden. Erste Projekte mit Großspeichern sind bereits genehmigt und sollen im kommenden Jahr umgesetzt werden. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um sogenannte Grünspeicher, die den einzuspeichernden Strom zu 100% aus erneuerbaren Energiequellen beziehen.

Der Trend geht zu integrierten Hybridlösungen

Stand zum Smart Energy Panel auf der IntersolarGenerell werden Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher und Ladeinfrastruktur künftig immer seltener als einzelne, voneinander unabhängige Systeme geplant. Der Trend geht zu integrierten Energiekonzepten. Auch für den Versicherungsschutz reicht es bei solchen Projekten nicht mehr aus, jede Komponente nur einzeln zu betrachten. Entscheidend sind auch die technischen und wirtschaftlichen Abhängigkeiten.

Hybridprojekte sorgen damit auch im Versicherungssektor für neue Herausforderungen. Lässt sich bei einer klassischen Photovoltaikanlage ein Ertragsausfall relativ eindeutig anhand der entgangenen Stromproduktion und der vereinbarten Vergütung oder Vermarktung berechnen, ist dies bei hybriden Projekten deutlich komplexer. Denn hinter den einzelnen Komponenten stehen unterschiedliche Geschäftsmodelle. Für einen passenden Versicherungsschutz muss deshalb vorab geklärt werden, wie das Projekt Geld verdient beziehungsweise Kosten einspart. Erst dann lässt sich festlegen, welche finanziellen Folgen ein Ausfall hätte und wie eine Entschädigung berechnet werden sollte.

Brandschutz bei Batteriespeichern bleibt ein zentrales Thema

Stand Huawai auf der IntersolarDie Risikoprävention bei Batteriespeichern war ebenfalls Gegenstand zahlreicher Gespräche. Im Mittelpunkt standen Brandschutzanlagen, Überwachungstechnik und Druckausgleichssysteme. Fakt ist: Versicherer stellen an Batteriespeicher zunehmend konkrete Sicherheitsanforderungen. Jedoch gibt es in vielen Bereichen noch keine einheitlich und flächendeckend etablierten Standards. Einige Speichermodelle sind beispielsweise nicht von Anfang an mit den von einem Versicherer geforderten Druckausgleichsventilen oder weiteren Schutzeinrichtungen ausgestattet. Das kann dazu führen, dass ein technisch grundsätzlich funktionsfähiges Speichersystem nicht ohne Weiteres versicherbar ist oder zusätzliche Schutzmaßnahmen erforderlich werden. Betreiber und Projektierer sollten die Versicherungsanforderungen deshalb möglichst vor der Bestellung klären. Nachträgliche Umbauten können teuer sein oder sich technisch nur schwer umsetzen lassen.

Unser Fazit: Moderne Energieprojekte brauchen eine ganzheitliche Absicherung

Vortrag Siemens auf der IntersolarDie Intersolar Europe 2026 hat gezeigt, dass sich der Markt von der einzelnen Photovoltaikanlage hin zu intelligent vernetzten Energiesystemen entwickelt. Photovoltaik, Batteriespeicher, Elektromobilität, Netzanschluss und Software wachsen zusammen. Dadurch entstehen attraktive wirtschaftliche Chancen, zugleich aber auch neue technische, finanzielle und organisatorische Abhängigkeiten. Für Betreiber, Projektierer und Unternehmen bedeutet das: Der Versicherungsschutz muss frühzeitig mitgedacht werden. Je komplexer das Energiekonzept, desto wichtiger ist es, Risiken, Vertragsbeziehungen und mögliche Ausfallszenarien so früh wie möglich zu betrachten.

Angesichts der vielen konkreten Erkenntnisse und neuen Kontakte war der Besuch der Intersolar für uns ein voller Erfolg. Das neu erworbene Wissen werden wir nun nutzen, um unsere Kunden bei der Entwicklung und Absicherung moderner Energieprojekte weiterhin fundiert und praxisnah zu begleiten. Wenn Sie Fragen oder Beratungsbedarf haben, melden Sie sich gerne bei uns.

Porträt Jutta Krämer

Die Autorin:

Jutta Krämer ist beim Enser Versicherungskontor zuständig für das Marketing und die Pressearbeit. Die gelernte PR- und Online-Redakteurin arbeitet seit 2015 für das Enser Versicherungskontor.

02938/9780-70, kraemer@evk-oberense.de