überschwemmte Straßen

Elementarschäden absichern

veröffentlicht um 9:09 am 29. Juni 2021

Im Bereich Gewerbe und Industrie wird die Elementarabsicherung oft noch vernachlässigt. Das ist erstaunlich, denn zum einen rangieren Naturkatastrophen seit Jahren unter den fünf größten Unternehmensrisiken. Zum anderen nehmen auch in unserer Region Überschwemmungen infolge von Starkregen, aber auch Schäden aufgrund von Schneedruck zu. Man denke zum Beispiel an den Halleneinsturz in Echthausen im letzten Winter oder die jüngsten Überschwemmungen in Werl, Soest und Sundern nach Starkregenfällen. Das Problem ist: Schäden durch Elementargefahren verursachen immer hohe Kosten. Dafür sorgen neben Sach- und Betriebsunterbrechungsschäden in der Regel auch aufwändige Aufräum- und Trocknungsarbeiten.

Was sind Elementarschäden?

Elementarschäden umfassen alle Schäden, die durch Wirken der Natur hervorgerufen werden. In der Regel beinhalten Absicherungen gegen Elementargefahren die Risiken Überschwemmung, Rückstau, Schneelast, Erdrutsch, Erdsenkung, Erdbeben, Vulkanausbruch. Nicht dazu zählen Schäden, die durch menschliches Handeln verursacht werden. Wird also beispielsweise durch Kanalarbeiten ein Erdrutsch ausgelöst und dadurch ein Betriebsgebäude beschädigt, wäre dies ein menschlich verursachter Schaden.

Wie sichert man Elementarschäden ab?

Gewitter mit Blitz und DonnerEine Grundsicherung gegen die Gefahren Feuer, Blitzschlag, Sturm/Hagel, Leitungswasser und Einbruch-/Diebstahl besitzen die meisten Unternehmen über die Gebäude- und die Inhaltsversicherung. Die Absicherung gegen Naturgefahren bedarf einer erweiterten Elementarschadenversicherung. Diese ist in der Regel als Zusatzbaustein zu den bestehenden Versicherungen abschließbar und stellt eine ratsame Ergänzung zu den Standardgefahren dar. Möglich ist auch der Abschluss einer Allgefahrenversicherung. In diesen Versicherungspolicen ist alles versichert, was nicht explizit ausgeschlossen ist. Welche Versicherungsart die passende für ein Unternehmen ist, hängt unter anderem von der jeweiligen Risikosituation ab. Die Risikosituation bedingt auch die Höhe der Prämie für eine Elementardeckung.

5 Tipps zur Elementarschadendeckung

Wartezeit SanduhrTipp 1: Mögliche Wartezeiten berücksichtigen

In der Regel vereinbart der Versicherer eine Wartezeit, bis der Schutz der Elementardeckung greift. Wenn Sie sich also schon in diesem Jahr vor Gefahren wie Überschwemmungen oder Schneedruck absichern wollen, sollten Sie diese mögliche Wartezeit im Hinterkopf haben.

Taschenrechner auf CollegeblockTipp 2: Richtig kalkulieren

Bei den meisten Elementarschadenversicherungen müssen Sie detaillierte Angaben zu Art und Ort Ihres Unternehmens machen. Das ist auch sinnvoll, denn nur so können Sie die Höhe der Versicherungssummen und Entschädigungsgrenzen richtig kalkulieren. Wir helfen Ihnen gerne dabei.

Kalkulation BerechnungTipp 3: Versicherungsschutz  überprüfen

Darüber hinaus sollten Sie den Versicherungsschutz kontinuierlich überprüfen und anpassen, insbesondere dann, wenn Ihr Unternehmen wächst. Denn durch Um- und Neubau oder den Erwerb neuer Maschinen oder anderer Betriebseinrichtung können im Schadenfall Deckungslücken entstehen. Wir empfehlen eine jährliche Überprüfung und Anpassung an die Unternehmensentwicklung.

Waage mit FragezeichenTipp 4: Vor Abschluss vergleichen

Die meisten Unternehmen können Elementarschäden ohne Probleme absichern. Je nach Risikosituation kann im Einzelfall der Versicherungsschutz für Ihr Unternehmen aber nur gegen hohe Prämien und Selbstbehalte oder niedrige Entschädigungsgrenzen angeboten werden. Umso wichtiger ist es dann, dass Sie die verschiedenen Angebote ausführlich vergleichen oder vergleichen lassen.

Betriebseinrichtung UnterrnehmenTipp 5: Vorsorge treffen

Damit es im Ernstfall gar nicht erst zu immensen Schäden kommt, macht es Sinn, eine Gefährdungsanalyse durchzuführen – wenn Sie das nicht sowieso schon regelmäßig im Rahmen einer DIN-Zertifizierung tun. In der Regel lassen sich durch solche Analysen zahlreiche bautechnische und organisatorische Maßnahmen identifizieren, um entsprechenden Schäden vorzubeugen. Dazu gehören beispielsweise die Sicherung sensibler oder sehr teurer Betriebseinrichtungen oder deren Verlagerung auf weniger gefährliche Geländebereiche.

Wenn Sie Beratungsbedarf in punkto Elementarschäden haben, kommen Sie einfach auf uns zu. Wir überprüfen Ihren Schutz und zeigen Ihnen gerne, wie Sie Ihr individuelles Risiko sinnvoll absichern können.

Porträtbild Annika Vollmer

Die Autorin:

Annika Vollmer ist Fachwirtin für Versicherungen und Finanzen (IHK), Technischer Underwriter (DVA) und hat bereits ihre Ausbildung zur Kauffrau für Versicherungen und Finanzen beim EVK absolviert. Seit 2014 betreut sie Industrie- und Gewerbeunternehmen und ist zudem Ansprechpartnerin für Dienstleister im Bereich Erneuerbare Energien.

02938 / 9780-28 , vollmer@evk-oberense.de